Archiv - Vergangene Reisen und Veranstaltungen

Oberpfalz 2008

Jordanien (2010)

Jordanien, ein kleines Königreich zwischen den großen politischen Brennpunkten unserer Zeit mit seiner uralten Kulturgeschichte und faszinierenden Landschaft ist unser Ziel.

Wir wohnen die ersten 4 Nächte in einem sehr schönen Hotel in Amman und machen von hier aus Tagesausflüge. Habib ist unser zuverlässiger Betreuer und Guide und wird uns während unseres gesamten Aufenthaltes in Jordanien führen. Er beginnt am ersten Tag mit den südöstlich von Amman gelegenen märchenhaften Wüstenschlössern Qasr el-Kharaneh, Qasr el-Azraq und Qusair Amra. Es waren die omayyadischen Kalifen aus Bagdad, die sich in der Einsamkeit der Wüste ihre Wünsche in Stein und Luxus errichten ließen. Innenwände und Decken in Amra z.B. sind mit aufwändigen Fresken verziert und mit farbenfrohen Bademosaiken gepflastert. Am Nachmittag fahren wir nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens. Noch um die Wende zum 20. Jahrhundert ein Dorf mit etwa 2000 Einwohnern, ist Amman heute die führende Handelsmetropole des Vorderen Orient. Die bekannten Ursprünge der Stadt gehen bis in biblische Zeit zurück. Das Stadtzentrum wird im Norden von dem Zitadellenhügel überragt. Seine historischen Denkmäler, Ausgrabungsstätten und das archäologische Museum bringen sehr markant seine 6000-jährige Siedlungsgeschichte zur Geltung. Über die Umfassungsmauer des Hügels genießt man einen wundervollen Blick auf die Neustadt. Ammans imposantestes römisches Monument ist das Theater.

 

 

Am nächsten Tag fahren wir in Richtung Norden durch traumhaft schöne Landschaften und besuchen die Sarazenen Burg von Ailjoun, die die drei zum Jordantal hinabführenden Hauptrouten beherrschte und die Verkehrs- und Handelswege zwischen Jordanien und Syrien schützte. Sie stellte außerdem ein wichtiges Glied in der Verteidigungskette gegen die Kreuzritter dar. In Gerasa, dem heutigen Jerash erwartet uns noch vor der Besichtigung der Gesamtanlage im Hippodrom ein Legionärsspektakel. Das römisch-byzantinische Gerasa ist das besterhaltene Beispiel einer spät- antiken Provinzstadt im Nahen Osten. Eingebettet in die grüne, abwechslungsreiche Hügellandschaft bieten prachtvolle Säulenstraßen, zwei gut erhaltene Tempel, drei Theater und zahlreiche früh-byzantinische Kirchen eine besondere Anziehungskraft.

 

 

Unsre heutigen Ausflugsziele versprechen wieder einen aufregenden Tag. Umm Quais, das alte Gadara liegt 28 km nordwestlich von Irbid auf einem nach Norden, Süden und Westen steil abfallenden Plateau ca. 350 m hoch über dem Yarmuk, dem Grenzfluss zu Syrien und Israel, und dem 12 km entfernten See Genezareth. Wir haben eine sehr gute Sicht über die Golanhöhen zum See hinüber und können sogar die Stadt Tiberias erkennen. Gadara gehört zu den griechisch geprägten Städten der Dekapolis und ist bekannt für seine beiden Theater, von denen das sogenannte Nordtheater Platz für 6000 Besucher bot.

Wir fahren dann nach Pella, 2 Autostunden nördlich von Amman im Jordantal gelegen und seit der Jungsteinzeit besiedelt. Hierher flohen wahrscheinlich die ersten Christen noch vor dem Ausbruch des Jüdischen Krieges aus Jerusalem und vielleicht bauten sie hier die erste Kirche der Christenheit. Im Jahre 747 n. Chr. Wurde Pella von einem Erdbeben völlig zerstört. Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten sind noch in vollem Gange.

Für uns geht es nun hinunter zum tiefsten Punkt der Erde um dessen bizarre Kulisse am Strand des Toten Meeres zu erleben und natürlich genießt es auch ein Großteil unserer Gruppe, sich von dem Wasser sanft tragen zu lassen. Habib bietet sich nur zu gerne an, auf Wunsch den heilenden Schlamm auf den Körpern zu verteilen.

Auf der 5000 Jahre alten Königsstraße zogen einst die Potentaten des Morgenlandes in Richtung Süden nach Petra. Sie verband den „Fruchtbaren Halbmond mit den Wüsten Arabiens und Aquaba. Wir nutzen Weg um heut über den Berg Nebo, nach Madaba, über das Vadi Mujib zur Kreuzritterburg „Crac des Moabites“ in Kerak und schließlich auf der Autobahn Petra zu erreichen. Wir folgen den Spuren von Moses hoch hinauf zum Besuch des Berges Nebo mit seiner grandiosen Aussicht auf das Tote Meer und das Jordan Tal. Mose durfte nach dem Alten Testament das „Gelobte Land“ nur sehen und Gott selbst beerdigte ihn nach derÜberlieferungen hier. Sein Grab wird verehrt und in der Folge sind viele christliche Kirchen entstanden, deren Mosaiken wiederum Aufschluss geben über Flora und Fauna alter Zeiten.

Madaba erhebt sich an der Königsstraße auf einem Siedlungshügel, der die Überreste zahlreicher älterer „Madabas“ in sich bergen dürfte. Die Besonderheit der jordanischen Mosaiktradition ist die Vorliebe für topographische Darstellungen, das Vorzugsbeispiel ist das Palästina-Mosaik in der Georgskirche. Es gibt noch Hunderte von Mosaiken aus dem 5. Bis 7. Jh. die in dem großen archäologischen Park und Museumskomplex in Madaba zu sehen sind.

Unser Weg führt uns nun weiter auf der Königsstraße durch das Wadi el-Mujib. Über 20 km zieht sich die Straße in Serpentinen an den Steilhängen hin. Die herbe Naturszenerie gehört zu den eindrucksvollsten des Landes. An einer Biegung mit einem weiten Blick ins Tal erwartet uns ganz unverhofft ein köstliches Picknick. Die Bergfeste von Kerak hatte ihre frühere Bedeutung verloren. Erst zur Zeit der Kreuzzüge erinnerte man sich wieder ihrer strategischen Vorzüge. Wer Kerak besaß, kontrollierte das Südende des Toten Meeres, konnte Teile Palästinas abriegeln und die ostjordanischen Karawanen abfangen. Ein fränkischer Verwalter von Oultrejourdain erbaute sie 1142 und er war der erste Burgherr.

   

Heute wandern wir durch den Talkessel von Petra mit seinen unzähligen Grabfassaden und gelangen in den Sik, eine lange, enge Felsschlucht, die sich an vielen Stellen zu schließen scheint. An der Seite begleitet uns ein in die Steine gehauener Wasserlauf, der heute trocken ist. Es ist ein großes Erlebnis, wenn die Schlucht sich langsam öffnet und die zugleich monumentale und grazile Fassade des „Pharao Schatzhauses“ zwischen den dunklen Steinwänden am Ausgang des Sik sichtbar wird, noch bevor man das Stadtgebiet Petras betritt. Wir besichtigen die Theaternekropole, die Königswand, das Palastgrab sowie den Cardo maximus und die Tempelanlage aus römischer Zeit und lassen uns von den vielen Rottönen der Felsen und dem bunten Treiben der Beduinen verzaubern. Sie lebten hier, bevor Petra entdeckt und für den Tourismus geöffnet wurde. Nun dürfen sie ihre kunsthandwerklichen Waren verkaufen, ihre Pferdekutschen anbieten oder zu einem Kamelritt einladen.